Wannseeforum

3 von 4 FAMI-Klassen fahren jedes Jahr zum WannseeForum.

Hier ist mein Bericht über die Teilnahme in der Comic-Gruppe:

Eine konkrete Vorstellung, was mich im Wannseeforum erwarten würde, hatte ich nicht. Aber mein persönliches Ziel war es, mich mit dem Thema Medien- und Pressefreiheit auseinanderzusetzen und konkrete Inhalte dieses Problems zu erfassen.

Um sich der Problematik stellen zu können, gab es verschiedene Gruppen. Die Auswahl lag zwischen Fotografie, Comic, Radio, Film und Theater. Dazu erstellte eine weitere Gruppe einen Blog.

Ich wählte die Comicgruppe, die leider nicht alle besuchen konnten, die es gerne getan hätten. Die Gruppen sollten gleichmäßig besetzt werden. Am Ende der Aufteilung schienen aber alle einigermaßen zufrieden. Für manche lag also schon in der Wahl der Gruppe eine große Herausforderung.

Ich musste mich erst einmal loslösen von der Idee unbedingt etwas über Medien- und Pressefreiheit zu machen. Denn darum sollte es gehen: Informationen ohne einschneidende Verbote darzustellen und dazu zählt auch Zwang.

Mit einfachen Übungen begannen wir in der Comicgruppe zu zeichnen. Gute und weniger gute Zeichner waren gleichsam am Wirken. Zeichnungen wurden herumgereicht, und von anderen fortgeführt. Durch Falten des Papiers entstanden so verschiedene Geschichten, an denen immer 4 Zeichner beteiligt waren. Jedes Mal sollte verschiedene Mittel angewendet werden wie Speedlines oder Sprechblasen u.a…

Am dritten Tag wurde unsere Session durch eine Exkursion zum Leiter der NGO ‚Journalisten ohne Grenzen‘ Deutschland unterbrochen. Dieses Interview bereiteten wir auf der S-Bahnfahrt dorthin vor. Es offenbarten sich interessante Punkte in Bezug auf die Pressefreiheit in Deutschland. Auch hier ist die Welt nicht so perfekt.

Die Inhalte des Interviews wollte ich unbedingt in die Abschlussarbeit mit einfließen lassen. Diese sollte ein Comic über drei Seiten sein, den wir in Gruppen produzierten. Schnell musste ich aus den Antworten im Interview eine Story schreiben, die wir in der Gruppe zeichnen konnten, denn die Zeit war plötzlich knapp geworden.

Am Ende waren drei Comics entstanden, die wir in einem Heft zusammenstellten. Dabei fanden sich unterschiedliche Einflüsse wie Manga oder Graphic Novel wieder. Weniger gute Leistungen gab es nicht, weil die Stories sprechen sollten und das taten sie.

Wir besaßen viel Freiraum und erhielten Hilfe in den Grundlagen des Comiczeichnens. Dazu gehört nicht viel. Man muss nicht einmal ein Spitzenzeichner sein. Mit einfachen Mitteln lassen sich Aussagen in Bildern darstellen. Ich lernte also, mich in Bildern zu artikulieren ohne mich in der Qualität mit anderen zu vergleichen, denn hier spielte die Message eine Rolle.

Am Ende präsentierten wir unsere Arbeiten in einer Ausstellung. Hier konnten die Besucher den Prozess, der in den 5 Tagen stattgefunden hat verfolgen.

von Elisabeth Liedke

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